Aktualisiert (veröffentlicht )

Mad Sad Glad Retro: Fragen, Ablauf & Vorlage

Die Mad Sad Glad Retro ist ein einfaches Retrospektive-Format für Teams, die Erlebnisse aus dem letzten Sprint offen besprechen und in konkrete Verbesserungen übersetzen wollen. Sie verbindet zwei negative Perspektiven – Mad und Sad – mit einer positiven: Glad. So bleibt die Retrospektive ehrlich, ohne nur Probleme zu sammeln.

Mad Sad Glad Retro: Die drei Fragen

Die Methode arbeitet mit drei Spalten und einer Frage pro Emotion:

  • Mad: Was hat dich wütend gemacht?
  • Sad: Was hat dich traurig gemacht?
  • Glad: Was hat dich froh gemacht?

Der Unterschied zwischen Mad und Sad hilft bei der Analyse: „Mad“ weist oft auf beeinflussbare Hindernisse hin, etwa unklare Prioritäten oder vermeidbare Wartezeiten. „Sad“ macht eher enttäuschende oder belastende Erlebnisse sichtbar, zum Beispiel wenn ein wichtiges Feedback ausbleibt. „Glad“ lenkt den Blick auf Praktiken, die das Team beibehalten oder ausbauen sollte.

Mad Sad Glad Retro 😯

Retro-Bild

Offene Fragen

Mad: Was hat dich wütend gemacht?
Sad: Was hat dich traurig gemacht?
Glad: Was hat dich froh gemacht?

Beispiele für Mad, Sad und Glad

Mad: Was hat dich wütend gemacht?

„Das neue Tool erschwert die Priorisierung unseres Product Backlogs.“ Hinter solchen Aussagen steckt häufig ein konkreter Prozess, den das Team verändern kann. Fragt nach: Was genau ist passiert, wen betrifft es und was wäre beim nächsten Mal anders?

Sad: Was hat dich traurig gemacht?

„In unserem Team trauen sich nicht alle, ihre Meinung zu sagen.“ Dieses Thema kann auf fehlende psychologische Sicherheit hindeuten. Gebt der Gruppe Zeit, die Beobachtung zu verstehen, statt sofort eine Lösung vorzuschlagen.

Psychologische Sicherheit in agilen Teams stärken

Glad: Was hat dich froh gemacht?

„Unsere Abstimmung vor dem Sprint hat diesmal wirklich Klarheit geschaffen.“ Positive Beispiele sind keine Nebensache: Sie zeigen, welche Gewohnheiten funktionieren und bewusst fortgeführt werden sollten.

Mad Sad Glad Retro in 30 Minuten moderieren

  1. Rahmen setzen (3 Minuten): Erinnert daran, dass es um Beobachtungen und gemeinsame Verbesserung geht – nicht um Schuldzuweisungen.
  2. Still sammeln (5 Minuten): Jede Person schreibt zu Mad, Sad und Glad einzelne Notizen. Stillarbeit gibt auch ruhigeren Teammitgliedern Raum.
  3. Clustern und verstehen (10 Minuten): Sortiert ähnliche Notizen und bittet die Verfasser*innen, bei Bedarf kurz Kontext zu geben.
  4. Priorisieren (5 Minuten): Wählt ein oder zwei Themen mit dem größten Nutzen für das Team.
  5. Maßnahmen festlegen (7 Minuten): Formuliert pro Thema eine konkrete, verantwortete nächste Aktion und prüft sie in der folgenden Retrospektive.

Wichtig: Eine gute Mad Sad Glad Retrospektive endet nicht bei der Sammlung von Emotionen. Erst eine klare Maßnahme macht aus einer Beobachtung eine Verbesserung.

Wann eignet sich die Mad Sad Glad Retro?

Das Format passt besonders gut nach einem turbulenten Sprint, bei Spannungen im Team oder wenn ihr neben Problemen auch Erfolge sichtbar machen möchtet. Für neue Teams ist die Struktur leicht verständlich; erfahrene Teams können die drei Fragen als schnellen Check-in nutzen.

Bei sensiblen Themen sollte die Moderation auf einen respektvollen Rahmen achten. Wenn wiederholt Unsicherheit oder fehlendes Vertrauen sichtbar wird, lohnt sich ein vertiefender Team Health Check.

Team Health Check in drei Schritten

Häufige Fragen zur Mad Sad Glad Retro

Was ist eine Mad Sad Glad Retro?

Eine Retrospektive mit den drei Fragen, was das Team wütend, traurig und froh gemacht hat. Sie hilft, negative Erfahrungen zu bearbeiten und funktionierende Zusammenarbeit zu stärken.

Wie viele Themen sollte ein Team bearbeiten?

Meist reichen ein oder zwei priorisierte Themen. Wenige, klar verantwortete Maßnahmen sind wertvoller als eine lange Liste ohne Umsetzung.

Wie oft sollte man die Mad Sad Glad Retro nutzen?

Sie funktioniert als eigenständige Sprint-Retrospektive oder als Abwechslung zu anderen Formaten. Nutzt sie dann, wenn Emotionen, Zusammenarbeit und konkrete Erlebnisse aus dem Sprint im Mittelpunkt stehen sollen.

Fazit: Emotionen in Verbesserungen übersetzen

Die Mad Sad Glad Retro ist bewusst unkompliziert: Drei Fragen schaffen Raum für Frust, Enttäuschungen und Erfolge. Wenn das Team anschließend wenige, konkrete Maßnahmen vereinbart, wird daraus eine hilfreiche Retrospektive mit nachhaltigem Effekt.

Blog-Kategorie

Weitere Artikel zu "Retrospektive Methoden"

Alle Artikel dieser Kategorie ansehen
54 Retrospektive Methoden, Ideen, Formate & Vorlagen für 2026

54 Retrospektive Methoden, Ideen, Formate & Vorlagen für 2026

54 Retrospektive Methoden, Ideen und Vorlagen für agile Teams: Klassiker, kreative Retro Formate, Sprint Retrospektiven, Remote Retros und Team Health Checks.

Erste Retrospektive: So gelingt der einfache Start im Team

Erste Retrospektive: So gelingt der einfache Start im Team

Deine erste Retrospektive einfach erklärt: Ziele, Ablauf, typische Fehler und warum die Keep-Stop-Start Retro der beste Einstieg für neue Teams ist.

9 effektive Team-Übungen für agile Retrospektiven

9 effektive Team-Übungen für agile Retrospektiven

9 Team-Übungen, die dein Team auf agile Retrospektiven vorbereiten und dafür sorgen, dass Retros offener und wirksamer werden.

26 neuartige Agile Retrospektive Vorlagen in 2026

26 neuartige Agile Retrospektive Vorlagen in 2026

Entdecke 26 neuartige Agile Retrospektive Vorlagen für 2026. Finde die beste Methode für dein Team und gestalte deine Retrospektiven erfolgreich.

Spotify Health Check Retrospektive: Moderation & Tipps

Spotify Health Check Retrospektive: Moderation & Tipps

Nutze den Spotify Health Check in Retrospektiven zur Teamentwicklung. Dieser Leitfaden bietet Moderationsfragen und Vorlagen für Team, Tech & Co.

Sprint Refinement vs Sprint Retrospektive: Einfach erklärt

Sprint Refinement vs Sprint Retrospektive: Einfach erklärt

Sprint Refinement vs Sprint Retrospektive einfach erklärt: klare Unterschiede, Praxisbeispiele, Entscheidungshilfe, 2 Retro-Ideen und FAQ.

4-Quadranten-Retrospektive: Beispiele & Umsetzungs-Tipps

4-Quadranten-Retrospektive: Beispiele & Umsetzungs-Tipps

Was ist eine 4-Quadranten-Retrospektive? Erfahre Aufbau, Quick Facts, Herkunft, Vergleich und konkrete Umsetzung für wirksame Sprint-Retros.

42 Kreative Retrospektive Check-Ins, die jedes Eis brechen

42 Kreative Retrospektive Check-Ins, die jedes Eis brechen

Entdecke 42 kreative Retrospektive Check-ins und Eisbrecher für agile Teams. Finde die besten Fragen und Methoden, um jede Retro interaktiv zu gestalten.

Wann sollte eine Sprint-Retrospektive stattfinden?

Wann sollte eine Sprint-Retrospektive stattfinden?

Wann ist der beste Zeitpunkt für eine Sprint-Retrospektive? Finde heraus, wann im Sprint-Zyklus und an welchem Tag die Retrospektive am effektivsten ist.

Echometer Newsletter

Verpasse keine Updates zu Echometer & erhalte Inspiration zum agilen Arbeiten

FAQs zum Retrospektive-Tool

Die wichtigsten Antworten für alle, die unser Retrospektive-Tool kennenlernen möchten.

Muss ich mich registrieren, um das Retro Tool zu testen?

Nein, du musst dich nicht in Echometer einloggen, oder registrieren, um das Retro Board und Retro Tool in Echometer zu testen.

Du kannst Echometers Retro Board über folgenden Link einfach ohne Login ausprobieren: Probedurchlauf starten

Wo kann ich Retrospektive Software kostenlos testen?

Retrospektive-Software kannst du direkt in Echometer kostenlos testen. Dafür musst du dich nicht einloggen oder registrieren: Das Retro-Board und die Vorlagen lassen sich unmittelbar im Browser ausprobieren.

Du kannst Echometers Retro Board über folgenden Link einfach ohne Login ausprobieren: Probedurchlauf starten

Mehr Möglichkeiten zum kostenlosen Ausprobieren findest du auf der Seite zum Retro-Board ohne Login und Registrierung.

Wie kann ich Echometers Retro-Tool kaufen?

Melde dich zuerst einfach kostenlos in Echometer an. Navigiere dann in den Workspace, für den du das Retro-Tool kaufen möchtest. Falls noch nicht geschehen, kannst du das hier machen: Account in Echometer 1:1-Tool erstellen

Anschließend kannst du dein Abo (für sowohl das Retro-Tool als auch die 1:1-Software) innerhalb der Workspace-Einstellungen verwalten.

Beim Upgrade kannst du aus verschiedenen Zahlungsmethoden auswählen.

Falls du selber keinen Zugriff auf die Kreditkarte deines Unternehmens hast, kannst du ein*e Einkäufer*in einfach als Workspace-Admin in deinem Echometer-Workspace hinzufügen, damit dieser Admin das Upgrade für dich durchführen kann.

Was ist der Unterschied zwischen dem Retrospektive-Tool und der 1:1-Software?

In Echometer gibt es zwei 2 separate Softwarelösungen, die innerhalb jedes Workspaces in Echometer zur Verfügung stehen:

  • 1:1-Tool: Eine Software zur Planung und Durchführung von 1:1-Meetings sowie des Tracking der Mitarbeiterentwicklung
  • Retrospektive-Tool: Eine Software zur Planung und Moderation von Retrospektiven sowie des Trackings der Teamentwicklung durch Team-Health-Checks

Beides sind voneinander unabhängige Softwarelösungen, sie können also losgelöst voneinander genutzt werden.

Sie funktionieren jedoch nach den gleichen Prinzipien und zielen auf die gleichen Mehrwerte ab: Die Weiterentwicklung von agilen Teams. Insofern ist die gleichzeitige Nutzung beider Softwarelösungen empfohlen.

Kann ich mehrere Admins in Echometer benennen?

Ja, du kannst sowohl auf Team-Ebene als auch auf Workspace-Ebene beliebig viele Nutzer*innen mit Administrationsrechten ausstatten. Beachte folgendes:

  • Nur Workspace Admins können für einen Echometer Workspace ein Echometer-Abo abschließen und verwalten.
  • Nur Workspace-Admins können weitere Teams anlegen und weitere Workspace-Admins benennen oder entfernen.
  • Team-Admins können für ihr Team weitere Team-Admins und Teammitglieder benennen und entfernen
Wie ist die Struktur von Retrospektiven in Echometer?

Die Echometer Retrospektive Software ist so entwickelt worden, dass sie Teams maximal einfach und effektiv durch die Retrospektive führt und dabei Best Practices befolgt.

Die Schritte und ihre Reihenfolge lassen sich über die Navigation innerhalb der Retro individuell anpassen. Standardmäßig ist eine Retrospektive in Echometer so strukturiert:

  • Eisbrecher
  • Review der offenen Maßnahmen aus vergangenen Retros
  • Feedback sammeln (zuerst Health Checks, dann offene Fragen)
  • Priorisierung des Feedbacks
  • Maßnahmen ableiten
  • Abschluss der Retrospektive mit dem “ROTI-Score” (Return on Time Invested)

Zusätzliche Whiteboards (z.B. für Workshops, zur Analyse von Problemen oder zum Brainstormen von Maßnahmen) können über die Navigation der Retrospektive dabei an jeder Stelle auch spontan eingefügt werden.