Bewertung der agilen Reife: Warum sie oft scheitert
Seit einigen Jahren spreche ich fast jede Woche mit Heads of Agile Transformation und Leads aus Agile Center of Excellence. Inzwischen waren es deutlich mehr als 100 Gespräche.
Und weißt du, was ich immer wieder höre? Viele Unternehmen haben bereits Agile maturity assessments. Sie machen Umfragen, prüfen Jira-Daten, beobachten DORA-Metriken. Manchmal werden die Ergebnisse sogar sauber präsentiert. Aber Maßnahmen, die den Alltag im Team wirklich verbessern? Genau daran scheitert es oft.

Was ist ein Agile Maturity Assessment?
Ein Agile maturity assessment ist für mich eine strukturierte Standortbestimmung. Es zeigt, wie konsequent agile Prinzipien in der täglichen Zusammenarbeit gelebt werden und wie gut Teams daraus echte Ergebnisse erzeugen.
Der Punkt ist: Es geht nicht um eine hübsche Reifegrad-Zahl. Es geht um bessere Entscheidungen und wirksame nächste Schritte.
Wenn du dafür praktische Moderationsideen suchst, findest du in unserem Überblick zu Retrospektive Methoden und im Guide zu Retrospektive Check-ins viele direkt nutzbare Formate.
Warum Agile maturity assessments wichtig sind
Wenn ich Assessments sauber aufsetze, helfen sie mir dabei:
- den aktuellen Reifegrad transparent zu machen
- systemische Engpässe sichtbar zu machen
- Verbesserungen klar zu priorisieren
- Fortschritt über Zeit messbar zu machen
- aus Diskussionen echte Veränderung zu erzeugen
Ein einfaches Reifegrad-Modell in 5 Stufen
In der Praxis nutze ich häufig ein klares 5-Stufen-Modell:
- Ad hoc: Agile wird punktuell angewandt, aber noch nicht stabil.
- Wiederholbar: Rituale sind vorhanden, Wirkung bleibt inkonsistent.
- Definiert: Rollen, Prozesse und Verantwortungen sind abgestimmt.
- Messbar: Entscheidungen werden datenbasiert getroffen.
- Adaptiv: Kontinuierliche Verbesserung ist gelebter Standard.
Wichtig: Ziel ist nicht, schnell auf Stufe 5 zu kommen. Ziel ist der nächste sinnvolle Schritt mit hoher Wirkung.

So messe ich agile Reife sinnvoll
Ich kombiniere immer drei Perspektiven:
- Survey-Daten: Wahrnehmung zu Zusammenarbeit, Klarheit und Fokus
- Delivery- und DORA-Metriken: z. B. Durchlaufzeit, Stabilität, Änderungsqualität
- Qualitative Evidenz: Muster aus Retrospektiven, Interviews und Blockern
Erst diese Kombination liefert ein realistisches Bild.
Für Teams, die speziell mit dem Modell arbeiten wollen, habe ich die Hintergründe auch im Beitrag zum Spotify Health Check aufbereitet.
Der konkrete Einstieg: Spotify Squad Health Check Radar
Genau hier setze ich aus unserer Echometer-Bibliothek den Spotify Squad Health Check Radar ein. Das Format hilft Teams, ihre Zusammenarbeit differenziert zu reflektieren, statt nur ein Bauchgefühl zu diskutieren.
Ich nutze das Template in einem einfachen Ablauf:
- Team beantwortet die Health-Check-Items anonym auf einer Skala.
- Wir betrachten gemeinsam den Radar und markieren die größten Abweichungen.
- Wir priorisieren maximal 1 bis 3 Verbesserungshebel für den nächsten Zyklus.
- Wir definieren Owner, Termin und Erfolgskriterium.
Genau dieser Schritt entscheidet über Wirkung: Wie du aus Erkenntnissen belastbare To-dos machst, habe ich im Beitrag zu Retrospektive Maßnahmen mit Tipps und Beispielen konkret beschrieben.
Spotify Squad Health Check Radar: So läuft die Retro ab
-
Random Icebreaker (2-5 Minuten)
Echometer stellt euch einen Generator für zufällige Check-in-Fragen bereit.
-
Review der offenen Maßnahmen (2-5 Minuten)
Bevor man mit neuen Themen loslegt, sollte man einmal zur Wirksamkeitskontrolle darüber sprechen, was aus den Maßnahmen aus vergangenen Retrospektiven geworden ist. Echometer listet automatisch alle offenen Action Items aus vergangenen Retros auf.
-
Health Check
Alle Teammitglieder können die Health-Checks anonym auf einer Skala beantworten. Geht die Ergebnisse der Health-Checks dann einmal gemeinsam durch und haltet ggfs. zusätzliche Kommentare fest. Nutzt ihr die gleichen Health-Checks in mehreren Retrospektiven könnt ihr auch Trends über die Zeit in Echometer tracken.
- Wir liefern regelmäßig Wert für unsere Nutzer*innen.
- Unsere technische Qualität unterstützt schnelle Änderungen.
- Wir arbeiten als Team vertrauensvoll und transparent zusammen.
- Unser Fokus ist klar und Prioritäten sind stabil.
- Wir lernen systematisch aus Fehlern und Experimenten.
-
Retro-Themen besprechen
Nutzt die folgenden offenen Fragen, um eure wichtigsten Erkenntnisse zu sammeln. Zuerst verdeckt jeder für sich. Echometer erlaubt es jede Spalte des Retro-Boards einzeln aufzudecken, um das Feedback dann anschließend zu präsentieren und zu gruppieren.
- Welche Dimension hat sich seit der letzten Messung am stärksten verbessert?
- Wo sehen wir aktuell den größten Engpass und warum?
- Welche 1 bis 3 Maßnahmen setzen wir bis zur nächsten Retro verbindlich um?
-
Catch-all Frage (Empfohlen)
Damit auch sonstige Themen einen Platz haben:
- Über was möchtest du sonst noch in der Retro reden?
-
Priorisierung / Voting (5 Minuten)
Auf dem Retro-Board in Echometer könnt ihr das Feedback ganz einfach mit dem Voting priorisieren. Das Voting ist natürlich anonym.
-
Maßnahmen definieren (10-20 Minuten)
Über das Plus-Symbol an einem Feedback kann man eine verlinkte Maßnahmen erstellen. Noch nicht sicher welche Maßnahme die richtige wäre? Dann öffne über das Plus-Symbol stattdessen ein Whiteboard zu dem Thema um Kernursachen und mögliche Maßnahmen zu brainstormen.
-
Checkout / Closing (5 Minuten)
Echometer ermöglicht euch anonymes Feedback vom Team einzusammeln, wie hilfreich die Retro war. Daraus entseht der ROTI-Score ("Retrun On Time Invested"), den ihr über die Zeit tracken könnt.
Spotify Squad Health Check Radar
Health Check Fragen (Skala)
Offene Fragen
Warum Echometer der beste Startpunkt für Agile Health Checks ist
Aus meiner Sicht ist Echometer der beste Einstieg, weil die Umsetzung direkt mitgedacht ist:
- Schneller Start: Teams können ohne große Lernkurve mit einem strukturierten Prozess beginnen.
- Template-Bibliothek mit Substanz: Der Spotify Squad Health Check Radar ist sofort nutzbar.
- Messbar statt gefühlt: Trends über Zeit machen Entwicklung sichtbar.
- Umsetzungsfokus: Maßnahmen werden dokumentiert und nachverfolgt.
- Skalierbar: Erkenntnisse können über mehrere Teams hinweg ausgewertet werden.
Damit wird aus einem Assessment kein Report für die Schublade, sondern ein Steuerungsinstrument für echte Verbesserung.
Wenn du direkt starten möchtest, schau auf unsere Team Health Check Software oder auf die Team Retrospektive Software .
Best Practices für wirksame Assessments
- wenige, geschäftsrelevante Dimensionen statt überladener Fragebögen
- klare Prioritäten je Zyklus statt zu vieler paralleler Initiativen
- verbindliche Verantwortlichkeiten für jede Maßnahme
- kurzer Review-Takt von 2 bis 4 Wochen
- transparente Nachverfolgung über mehrere Iterationen
Wenn du dein Facilitator-Setup dafür stärken willst, findest du zusätzliche Praxisimpulse in unserem eBook zur Retro-Moderation und in den besten Retrospektive-Spielen online .
Fazit
Agile maturity assessments scheitern selten am Messen selbst. Sie scheitern daran, dass nach der Messung keine konsequente Umsetzung folgt.
Wenn du Assessments mit einem klaren Modell, einem konkreten Template wie dem Spotify Squad Health Check Radar und einem sauberen Umsetzungsprozess kombinierst, wird aus “wir haben erhoben” endlich “wir haben verbessert”.