Sprint Retrospektive Antipatterns: 10 Fehler, 10 Fixes

Ich habe inzwischen an mehr als 200 Retrospektiven teilgenommen und sie moderiert, und nicht alle liefen gut.

Ich bin Scrum Master, Psychologe und Co-Founder der Retrospektiven-Software Echometer. Genau aus dieser Perspektive schreibe ich über Sprint Retrospektive Antipatterns: nicht als Theorie, sondern aus Situationen, die ich in Teams immer wieder sehe.

Wenn du nach Sprint Retrospektive Antipatterns suchst, willst du in der Regel drei Dinge: schnell erkennen, was schiefläuft, klar entscheiden, was du änderst, und im nächsten Sprint echte Wirkung sehen.

Viele Teams suchen dafür auch nach dem Begriff Sprint Retrospektive Anti Patterns, meinen aber inhaltlich dasselbe: Retrospektive Antipatterns, die in der Praxis Zeit kosten.

Schnellcheck für Sprint Retrospektive Antipatterns

Wenn ich merke, dass eine Retro kippt, nutze ich zuerst diesen Schnellcheck:

  1. Symptom: Alle sind nett, niemand spricht Kritisches an.
    Wahrscheinliches Antipattern: Fehlende psychologische Sicherheit.
    Sofort-Fix: Anonymer Start plus klare Gesprächsregeln.
  2. Symptom: Wir diskutieren zu viele Themen parallel.
    Wahrscheinliches Antipattern: Keine echte Priorisierung.
    Sofort-Fix: Themen clustern und auf genau ein Hauptthema voten.
  3. Symptom: Gute Ideen, aber keine sichtbare Veränderung im nächsten Sprint.
    Wahrscheinliches Antipattern: Maßnahmen ohne Ownership.
    Sofort-Fix: Eine Maßnahme, ein Owner, ein Termin, ein klares Erfolgssignal.

Für mich ist dieser Schritt entscheidend, weil Sprint Retrospektive Antipatterns sonst nur beschrieben statt gelöst werden.

Bild-Placeholder Schnellcheck

Wenn der Schnellcheck ein Warnsignal zeigt, gehe ich strukturiert durch die häufigsten Muster.

Genau dort liegen für mich auch die häufige Retrospektive Fehler, die ich als Scrum Master in den meisten Teams zuerst sehe.

10 häufige Sprint Retrospektive Antipatterns und wie ich sie löse

1) Kein klares Ziel in der Retro

Symptom: Wir reden viel, aber am Ende ist unklar, was nach der Retro anders laufen soll.
Was wirklich passiert: Ohne Fokusfrage wird aus der Retro ein loses Gespräch.
Was ich ändere: Ich starte mit einer klaren Zielfrage: “Was wollen wir bis zum Ende des nächsten Sprints messbar verbessern?”
Optionales Template: Good-Bad
Warum das passt: Wenn das Ziel unklar ist, hilft mir die harte Trennung in “gut” und “nicht gut”, damit das Team schneller ein gemeinsames Verbesserungsziel benennt.

Gut vs. Schlecht

Welche 3 Dinge sind in letzter Zeit gut gelaufen?
Welche 3 Dinge sind in letzter Zeit nicht gut gelaufen?

2) Zu viele Themen gleichzeitig

Symptom: Alles wirkt wichtig und wir springen zwischen Themen.
Was wirklich passiert: Das Team verzettelt sich, statt zu entscheiden.
Was ich ändere: Sammeln, clustern, priorisieren, dann ein Fokusproblem auswählen.
Optionales Template: Tetrominos Retro
Warum das passt: Tetrominos zwingt das Team, Themen als zusammenhängende Teile zu sehen. So werden Lücken, Überschneidungen und Prioritäten schnell sichtbar.

Tetrominos Retro

Welche Teile passen in unserem Prozess gut zusammen?
Wo sehen wir Lücken oder Reibung?
Welche Umordnung bringt uns im nächsten Sprint den größten Effekt?

3) Gute Diskussion, keine Umsetzung

Symptom: Die Retro fühlt sich gut an, aber zwei Wochen später ist nichts passiert.
Was wirklich passiert: Maßnahmen sind zu groß oder ohne Verbindlichkeit formuliert.
Was ich ändere: Ich begrenze auf maximal zwei Maßnahmen mit Owner, Datum und Check-in-Termin.

4) Personenfokus statt Systemfokus

Symptom: Sätze wie “Person X blockiert uns” dominieren die Retro.
Was wirklich passiert: Das Team diskutiert Schuld statt Muster.
Was ich ändere: Ich lenke auf wiederkehrende Situationen und Auslöser im Prozess. Das ist für mich gute Retrospektive Moderation: Verhalten besprechbar machen, ohne Personen anzugreifen.

5) Dominante Stimmen, stille Teammitglieder

Symptom: Zwei Personen sprechen fast die ganze Zeit.
Was wirklich passiert: Wichtige Perspektiven fehlen, Entscheidungen werden schief.
Was ich ändere: Silent Brainstorming, dann strukturierte Redereihenfolge.

6) Immer dasselbe Retro-Format

Symptom: Die Beteiligung sinkt, Antworten werden oberflächlich.
Was wirklich passiert: Das Format passt nicht mehr zum Problemtyp.
Was ich ändere: Ich variiere bewusst nach Ziel: Analyse, Priorisierung oder Commitment.
Optionales Template: Rennspiel Retro
Warum das passt: Rennspiel bringt bewusst Energie und Perspektivwechsel rein. Gerade bei Routine-Retros hilft der spielerische Rahmen, wieder ehrliche und konkrete Beiträge zu bekommen.

Rennspiel Retro

Welche Abkürzungen haben uns geholfen?
Auf welchen Bananen sind wir ausgerutscht?
Welche Powerups haben uns nach vorne gebracht?

7) Keine Verbindung zu Delivery, Qualität, Fokus

Symptom: Gute Teamgespräche, aber kaum Effekt auf Durchlaufzeit, Qualität, Fokus.
Was wirklich passiert: Maßnahmen sind nicht an echte Outcomes gekoppelt.
Was ich ändere: Jede Maßnahme wird an ein Sprint-Ziel oder eine Kennzahl gekoppelt. Nur so kann ich Retrospektive Maßnahmen umsetzen, statt sie nur zu dokumentieren.

8) Zu wenig psychologische Sicherheit

Symptom: Kritische Punkte werden nur vorsichtig angedeutet.
Was wirklich passiert: Ohne Sicherheit bleibt Ursachenarbeit oberflächlich.
Was ich ändere: Ich arbeite mit klaren Safe-Space-Regeln und bei sensiblen Themen anonymem Input.

9) Zu lange Retro, zu wenig Wirkung

Symptom: Nach 45 Minuten sinkt die Energie deutlich.
Was wirklich passiert: Diskussion frisst Entscheidungszeit.
Was ich ändere: Harte Timeboxes und ein früher Wechsel in die Entscheidungsphase.

10) Perfektionismus bei Zeitdruck

Symptom: “Heute haben wir zu wenig Zeit für eine richtige Retro.”
Was wirklich passiert: Der Anspruch auf Vollständigkeit verhindert Lernen.
Was ich ändere: Ich nutze meinen Notfallmodus mit nur einer Frage:
“Lasst uns eine Sache für den nächsten Sprint verbessern - was könnte es sein? Wir brainstormen und voten auf genau eine.” Optionales Template: Good-Bad
Warum das passt: Good-Bad ist das schnellste Template aus der Datenbank. Zwei Spalten reichen, um in wenigen Minuten ein klares Problem und eine konkrete nächste Maßnahme zu wählen.

Gut vs. Schlecht

Welche 3 Dinge sind in letzter Zeit gut gelaufen?
Welche 3 Dinge sind in letzter Zeit nicht gut gelaufen?

Genau das ist meine wichtigste Regel für Sprint Retrospektive Antipatterns: Im Zweifel eine gute Entscheidung treffen statt zehn halbe.

Wenn ich auf Teams schaue, die schnell besser werden, lösen sie vor allem Scrum Retrospektive Fehler früh und konsequent.

Scrum Retrospektive verbessern statt nur moderieren

Wenn ich eine Scrum Retrospektive verbessern will, nutze ich einen Minimalstandard:

Dasselbe gilt, wenn ich eine Sprint Retrospektive verbessern will: weniger diskutieren, klarer entscheiden, konsequenter nachhalten.

  1. Ein klares Fokusthema
  2. Maximal zwei Maßnahmen
  3. Follow-up zu den letzten Maßnahmen am Anfang der nächsten Retro

Wenn du dafür konkrete Methodenauswahl brauchst, findest du hier gute Vertiefungen:

Bild-Placeholder Template-Mapping

Warum Echometer für Sprint Retrospektive Antipatterns mein Startpunkt ist

Gerade bei Sprint Retrospektive Antipatterns reicht es nicht, nur “besser zu moderieren”. Ich brauche einen Prozess, der über Sprints hinweg trägt. Für mich ist Echometer dafür der beste Start:

  1. Klare Struktur statt Moderation nach Bauchgefühl.
  2. Sofort nutzbare Template-Bibliothek mit guten Fragen.
  3. Maßnahmen-Tracking statt Whiteboard-Friedhof.
  4. Kontinuierlicher Verbesserungszyklus, nicht nur ein gutes Meeting.

Wenn du tiefer einsteigen willst, sind diese Seiten meistens der schnellste Weg:

Externe Perspektive auf Sprint Retrospektive Antipatterns

Wenn ich Teams coache, nutze ich neben meiner eigenen Praxis oft diese Quellen zur Einordnung:

Auch hier zeigt sich: Sprint Retrospektive Antipatterns sind selten ein Methodenproblem, sondern fast immer ein Umsetzungsproblem.

FAQ zur Scrum Sprint Retrospektive

Welche Fehler sollte man bei der ersten Retrospektive im Team auf jeden Fall vermeiden?

Gerade bei Teams mit wenig oder keinen Erfahrungen mit Retrospektiven sollte man darauf achten, folgende Fehler zu vermeiden:

  • Fehler Nr. 1: Retrospektive als Laber-Meeting. Nicht jedes Feedback in einer Retro muss ausdiskutiert werden. Nur die Themen, die man zuvor gemeinsam priorisiert hat verdienen Extra-Aufmerksamkeit. Alle Diskussionen über Details vor dem Voting sollten daher abmoderiert und auf nach dem Voting verschoben werden.
  • Fehler Nr. 2: Retrospektive als Blame-Game. Die Retro ist nicht dafür da, Verantwortung abzuwälzen oder anderen die Schuld für negative Ereignisse oder Entwicklungen zuzuschieben. Die Verbesserung des Status Quo liegt in den Händen aller Teammitglieder!
  • Fehler Nr. 3: Retrospektive als Meckerkasten. Es geht in Retrospektiven nicht darum nur anzumerken was alles nicht gut funktioniert. Der Großteil der Energie sollte darauf gerichtet sein, vorwärts gewandt zu denken und verbindliche Maßnahmen festzulegen.

Für die erste Retrospektive bietet es sich an, ein dediziertes Retro-Tool zur Unterstützung zu verwenden. Echometer bietet sich mit seinem intuitiven und geführten Modus sehr gut für unerfahrene Teams an. Hier kannst du eine Retrospektive in Echometer ausprobieren: https://my.echometerapp.com/retro-setup

Wie misst man den Erfolg einer Retrospektive?

Der Erfolg von Retrospektiven zeigt sich daran, dass vereinbarte Maßnahmen umgesetzt werden und messbare Verbesserungen entstehen. Teams nutzen dafür neben Produktivitätskennzahlen (die mit Vorsicht zu genießen sind) z. B. die Nachverfolgung von Action Items, Trends auf Feedback-Skalen in Team Health-Check- / Pulse-Check-Umfragen.

Wie stellt Echometer sicher, dass Maßnahmen von Retrospektiven umgesetzt werden - gibt es Erinnerungen?

Ja, das Retrospektive Software Tool Echometer erlaubt auch, sich Erinnerungen an Maßnahmen zu speichern. Diese werden per Email individuell an die Person gesendet, die für die Maßnahme verantwortlich ist. Auf diese Weise ist sichergestellt, dass das Umsetzen der Maßnahme nicht vergessen wird.

Fazit: Sprint Retrospektive Antipatterns pragmatisch auflösen

Für mich ist der Kern bei Sprint Retrospektive Antipatterns einfach: lieber wenige klare Entscheidungen mit Follow-up als viele gute Diskussionen ohne Wirkung.

Und falls eine Retro wirklich zu kippen droht, bleibe ich bei der einen Frage: “Was ist die eine Sache, die uns im nächsten Sprint besser macht?”

So wird aus Sprint Retrospektive Antipatterns wieder genau das, was eine gute Retro sein soll: ein kurzer, wirksamer Hebel für echte Verbesserung.

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FAQs zum Retrospektive-Tool

Die wichtigsten Antworten für alle, die unser Retrospektive-Tool kennenlernen möchten.

Muss ich mich registrieren, um das Retro Tool zu testen?

Nein, du musst dich nicht in Echometer einloggen, oder registrieren, um das Retro Board und Retro Tool in Echometer zu testen.

Du kannst Echometers Retro Board über folgenden Link einfach ohne Login ausprobieren: Probedurchlauf starten

Wie kann ich Echometers Retro-Tool kaufen?

Melde dich zuerst einfach kostenlos in Echometer an. Navigiere dann in den Workspace, für den du das Retro-Tool kaufen möchtest. Falls noch nicht geschehen, kannst du das hier machen: Account in Echometer 1:1-Tool erstellen

Anschließend kannst du dein Abo (für sowohl das Retro-Tool als auch die 1:1-Software) innerhalb der Workspace-Einstellungen verwalten.

Beim Upgrade kannst du aus verschiedenen Zahlungsmethoden auswählen.

Falls du selber keinen Zugriff auf die Kreditkarte deines Unternehmens hast, kannst du ein*e Einkäufer*in einfach als Workspace-Admin in deinem Echometer-Workspace hinzufügen, damit dieser Admin das Upgrade für dich durchführen kann.

Was ist der Unterschied zwischen dem Retrospektive-Tool und der 1:1-Software?

In Echometer gibt es zwei 2 separate Softwarelösungen, die innerhalb jedes Workspaces in Echometer zur Verfügung stehen:

  • 1:1-Tool: Eine Software zur Planung und Durchführung von 1:1-Meetings sowie des Tracking der Mitarbeiterentwicklung
  • Retrospektive-Tool: Eine Software zur Planung und Moderation von Retrospektiven sowie des Trackings der Teamentwicklung durch Team-Health-Checks

Beides sind voneinander unabhängige Softwarelösungen, sie können also losgelöst voneinander genutzt werden.

Sie funktionieren jedoch nach den gleichen Prinzipien und zielen auf die gleichen Mehrwerte ab: Die Weiterentwicklung von agilen Teams. Insofern ist die gleichzeitige Nutzung beider Softwarelösungen empfohlen.

Kann ich mehrere Admins in Echometer benennen?

Ja, du kannst sowohl auf Team-Ebene als auch auf Workspace-Ebene beliebig viele Nutzer*innen mit Administrationsrechten ausstatten. Beachte folgendes:

  • Nur Workspace Admins können für einen Echometer Workspace ein Echometer-Abo abschließen und verwalten.
  • Nur Workspace-Admins können weitere Teams anlegen und weitere Workspace-Admins benennen oder entfernen.
  • Team-Admins können für ihr Team weitere Team-Admins und Teammitglieder benennen und entfernen
Wie ist die Struktur von Retrospektiven in Echometer?

Die Echometer Retrospektive Software ist so entwickelt worden, dass sie Teams maximal einfach und effektiv durch die Retrospektive führt und dabei Best Practices befolgt.

Die Schritte und ihre Reihenfolge lassen sich über die Navigation innerhalb der Retro individuell anpassen. Standardmäßig ist eine Retrospektive in Echometer so strukturiert:

  • Eisbrecher
  • Review der offenen Maßnahmen aus vergangenen Retros
  • Feedback sammeln (zuerst Health Checks, dann offene Fragen)
  • Priorisierung des Feedbacks
  • Maßnahmen ableiten
  • Abschluss der Retrospektive mit dem “ROTI-Score” (Return on Time Invested)

Zusätzliche Whiteboards (z.B. für Workshops, zur Analyse von Problemen oder zum Brainstormen von Maßnahmen) können über die Navigation der Retrospektive dabei an jeder Stelle auch spontan eingefügt werden.

Gibt es ein Analyse-Dashboard, um Trends zu erkennen?

Ja, die Echometer Retrospektive Software hat diverse, ausführliche Dashboards für das Monitoring des kontinuierlichen Verbesserungsprozesses deines agilen Teams:

  • Einerseits kannst du dir in der Retro-Archiv einen schnellen Überblick über vergangenen Team Retrospektiven verschaffen.
  • Andererseits kannst du mithilfe des ROTI-Scores und der Health Check Items, die du als regelmäßigen Happiness Check verwenden kannst, Stimmungstrends im Team anhand konkreter KPIs bzw. agiler Metriken sichtbar machen.
  • Darüber hinaus gibt es weitere Aktivität-Trends

Echometer unterscheidet bei den Health Checks zwischen Team Health und Workspace Health:

  • Ergebnisse aus dem Team Health werden immer nur innerhalb des Teams transparent gemacht
  • Ergebnisse aus dem Workspace Health werden über alle Teams hinweg transparent gemacht