feedback kultur etablieren

6 Maßnahmen um eine fruchtbare Feedback-Kultur zu etablieren

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In vielen Unternehmen gibt es den Wunsch nach einer etablierten Feedback-Kultur. Doch was bedeutet das genau? Weil doch jeder Definitionen liebt, beginnen wir zunächst mit einer Definition des Begriffs: 

Definition einer Feedback-Kultur

Was macht eine Feedbackkultur aus? Sie ist geprägt von gegenseitigem Vertrauen unter allen Zusammenarbeitenden, hierarchieübergreifender Kommunikation und regelmäßigen Rückmeldungen über die Arbeitsweise, Leistung und die Wirkung auf Außenstehende. 

Bedeutung und Vorteile der Etablierung

Häufig stellt sich die Frage, welche Vorteile eine Etablierung der Feedback Kultur mit sich bringt. Zunächst ist es so, dass konstruktives Feedback zu geben, zu akzeptieren und umzusetzen den Arbeitsprozess simplifizieren und effektiver gestalten kann. 

Verankert man dies in einer offenen Feedback Kultur bringt das folgende Vorteile mit sich:

Man sieht also: Eine gelebte Feedback Kultur wirkt sich nicht nur auf den Arbeitsprozess, sondern auch auf das Arbeitsklima positiv aus. 

Eine Studie der Amadeus Fire GmbH zeigt ferner, dass je zufriedener Mitarbeitende mit der Feedback Kultur sind, desto zufriedener sind sie auch im Allgemeinen mit der Arbeit.

Und wer hätte schon nicht gerne zufriedene, motivierte und effektive Mitarbeiter*innen? 

Nun gut, wir wissen jetzt was eine Feedback Kultur per Definition ist und welche Vorteile ihre Etablierung mit sich bringt, aber wie können wir feststellen, ob sie tatsächlich gelebt wird?

Bestandsaufnahme: Wird die Feedback-Kultur gelebt?

Obwohl vielen Personen die Vorteile von einer etablierten Feedback Kultur bekannt sind, wird diese leider in vielen Unternehmen noch nicht vollständig gelebt. Das Randstad Arbeitsbarometer 2019 zeigt, dass nur in 35% der deutschen Unternehmen jährlich Feedback gegeben wird. 32% der Unternehmen hingegen geben nie Feedback. Wird doch Feedback geben, dann geschieht das häufig in einer unangemessenen Weise: 30% der Befragten gaben an, nicht zu wissen, wie sie auf Feedback reagieren sollen, 24% nehmen negatives Feedback persönlich und 21% fühlen sich unwohl, wenn sie Feedback erhalten. 

Diese Ergebnisse sind in Anbetracht der Relevanz von Feedback eher mau. Hiltrud Werner,  Vorstandsmitglied der Volkswagen AG, sagt sogar, dass mehr Feedback den Abgas Skandal bei Volkswagen gegebenenfalls hätte verhindern können (s. Schielke, 2018). 

„Das ist für jeden nicht einfach. Sowohl für den Feedbackgeber als auch für den Feedbackempfänger. Die Mannschaft muss einfach verstehen, es lohnt sich mitzudenken, mitzudiskutieren und meinem eigenen Bauchgefühl auch insoweit zu vertrauen, dass es wert ist, den Mund aufzumachen.“
– 
Hiltrud Werner, Vorstandsmitglied VW

Daher gibt es bei Volkswagen nun Integritätsbotschafter, die dafür sorgen sollen, dass eine Diskussionskultur gelebt und umgesetzt wird. Skandale soll es in Zukunft nämlich keine mehr geben und dabei können regelmäßige Rückmeldungen unterstützend wirken.

Viele Unternehmen wissen um die Wichtigkeit einer funktionierenden und etablierten Feedback Kultur und haben eine solche in ihrem Unternehmen etabliert oder sind dabei, diese zu entwickeln. 

Das Thema “Feedback-Kultur” liegt im Trend

Der Trend geht in Richtung Feedback Kultur: Insbesondere junge Unternehmen nutzen diese für sich. Viele Startups bauen auf darauf, eine Feedback Kultur zu etablieren, da insbesondere jüngere Mitarbeiter*innen, sogenannte Millennials, Feedback zur optimalen Weiterentwicklung verlangen. Feedback Kulturen werden demnach immer wichtiger, um neue potentielle Arbeitskräfte anzuwerben und halten zu können. 

Doch nicht nur junge Unternehmen haben die Vorteile von regelmäßigem Feedback erkannt. Auch große Unternehmen wie SAP, die DB und die Telekom wollen weg vom klassischen, jährlichen Mitarbeitergespräch (Armin Trost, s. Schielke, 2018) und suchen daher neue Wege. 

Eine Feedback Kultur ist mehr als ein jährliches Mitarbeitergespräch, das meint auch Psychologe Armin Trost (s. Schielke, 2018). Vielmehr geht es um regelmäßigen Austausch und ständige Rückmeldungen. Die Feedback Kultur muss also gelebt und vor allem effektiv umgesetzt werden. Aber wie?

How to: Feedback-Kultur etablieren

Zuallererst ist es wichtig, sich in Erinnerung zu rufen, dass Feedback nicht mit Kritik gleichzusetzen ist. Vielmehr ist Feedback, wie das Wort bereits sagt, eine Rückmeldung. Und als eben solche sollte es auch genutzt werden. Es gibt diverse Tipps, die einem den richtigen Weg bei der Einführung einer Feedback Kultur weisen. 

Unsere Tipps sind: 

  1. Mache dir vorher Gedanken, was du sagen möchtest
    Wenn dir selber nicht klar ist, was deine Botschaft ist, wird sie relativ sicher nicht so bei deinem Gegenüber ankommen, wie du es geplant hast. Mach dir daher vorher klar, was die Kernbotschaft deines Feedbacks sein sollte.
  2. Sage immer auch etwas Positives 
    Das Feedback ist dafür da, den Arbeitsprozess von allen Seiten zu beleuchten. Sprich daher auch immer die Dinge an, die gut gelaufen sind. Bestenfalls nutzt ihr die Sandwich-Methode: Lob, Kritik, Lob. 
  3. Feedback muss nicht immer negativ sein 
    Auch das regelmäßige Loben von Dingen, die gut gelaufen sind, gehört zu einer guten Feedback Kultur. Auch wenn es gerade nichts gibt, was man kritisieren könnte, darfst und solltest du Feedback geben: Dann halt mal ausschließlich Positives.
  4. Sprich aus der Ich-Perspektive
    Formuliere das Feedback nicht als Vorwurf, wie z.B. “Du hast …”, sondern formuliere eine Ich-Aussage “Ich empfinde/ nehme wahr …”. Feedback ist immer subjektiv und dies sollte auch aus der Formulierung hervorgehen. 
  5. Erfrage immer auch die andere Perspektive 
    Nahezu jede Geschichte hat zwei Seiten. Also frag deinen Gegenüber immer auch, wie er es empfunden hat. So kommt ihr auf einen gemeinsamen Nenner und baut gegenseitiges Verständnis auf.
  6. Initiativ nach Feedback fragen
    Auf Feedback muss man nicht immer warten! Feedback verhilft nicht nur dem gesamten Team, sondern auch jedem individuell bei der persönlichen Entwicklung. Hole dir aktiv Feedback, um stetig zu wachsen. 



Das Ganze sollte in kurzen Zeitabständen, beispielsweise 1 bis 2 Mal die Woche stattfinden. 

Nehmt euch bewusst Zeit dafür. Das Einführen einer Feedback Kultur stellt für niemanden eine Straf- oder Kontrollfunktion dar, sondern soll allen, sowohl individuell als auch kollektiv, zur Weiterentwicklung verhelfen. 

Kann ein digitaler Coach dabei helfen?

Eine einfache Methode eine Feedbackkultur zu etablieren, ist das Einführen von regelmäßigen Retrospektiven.

Was sind Retrospektiven? Eine Retrospektive ist ein regelmäßiges Treffen eines Teams, um die vergangenen Arbeitsschritte zu beleuchten und daran angelehnt Verbesserungsvorschläge für die zukünftige Zusammenarbeit abzuleiten. Genaueres könnt ihr in unseren FAQ dazu nachlesen.

Ein einfacher Weg, Retrospektiven einzuführen, ist mit unserem digitalen Coach Echometer. Echometer hilft dabei, den gesamten Retrospektive-Workshop zu moderieren. So das man ohne große Aufwand damit anfangen kann, eine richtige Feedback-Kultur zu etablieren.

Du möchtest mit einem die Feedback-Kultur in deinem Team mit einem simplen und effektiven Mittel etablieren? Probier unser Tool, das direkt aus der Universität heraus entwickelt wurde, kostenlos aus. Mehr Infos hier:

Mit Echometer kommt ihr stetig weiter weg von fest geplanten, terminierten Mitarbeitergesprächen. Rückmeldungen werden im Arbeitsalltag eurer Teams etabliert. Durch Prime Directives in den Retrospektiven verfolgt ihr einen “Blame-Less Ansatz” und helft euch gegenseitig dabei zu wachsen und euch zu verbessern. 

Probiert es einfach mal aus, denn wie auch Henry Ford schon wusste:

Wer immer tut, was er schon kann, bleibt immer das, was er schon ist.

 

Quellen 

Amadeus Fire GmbH (2015), Feedbackkultur im Unternehmen und Zufriedenheit von Mitarbeitern, abgerufen von: https://www.amadeus-fire.de/fileadmin/user_upload/Auswertung_Ministudie_AmadeusFire_v1.5_web.pdf

Anseel, F., & Lievens, F. (2007). The long‐term impact of the feedback environment on job satisfaction: A field study in a Belgian context. Applied Psychology, 56(2), 254-266.

Benz, J. (2018), 10 Tipps für eine bessere Feedbackkultur, abgerufen von: https://raidboxes.io/blog/agencies-freelancers/feedbackkultur-verbessern/

Müller, C. (2018), Feedbackkultur & New Work: Wie gute Kommunikation Teams weiterbringt, abgerufen von: https://www.zielbar.de/magazin/feedbackkultur-new-work-kommunikation-19615/

Nadia (2018), Feedback geben – aber richtig: So etablierst du eine starke Feedbackkultur, abgerufen von: https://engage.kununu.com/de/blog/starke-feedbackkultur/

Randstad (2019), Deutsche Chefs geben oft nutzloses Feedback, abgerufen von: https://www.randstad.de/ueber-randstad/news/20190503/deutsche-chefs-geben-oft-nutzloses-feedback

Rosen, C. C., Levy, P. E., & Hall, R. J. (2006). Placing perceptions of politics in the context of the feedback environment, employee attitudes, and job performance. Journal of Applied Psychology, 91(1), 211–220. https://doi.org/10.1037/0021-9010.91.1.211

Schielke, M. (2018), Wir brauchen eine neue Feedbackkultur!, abgerufen von: https://www.deutschlandfunkkultur.de/arbeitswelt-wir-brauchen-eine-neue-feedbackkultur.976.de.html?dram:article_id=428226

Shipper, F., Hoffman, R.C. & Rotondo, D.M. (2007), Does the 360 Feedback Process Create Actionable Knowledge Equally Across Cultures?, AMLE, 6, 33–50, https://doi.org/10.5465/amle.2007.24401701

t3n – digital pioneers (2019), Warum viele Chefs sich wie Bernd Stromberg verhalten, abgerufen von: https://t3n.de/news/warum-viele-chefs-sich-wie-bernd-stromberg-verhalten-1160129/

https://de.wikipedia.org/wiki/Generation_Y

https://de.wikipedia.org/wiki/Henry_Ford

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