street-sign-141361_1920

Team Probleme und was man aus psychologischer Sicht tun kann

Auf linkedin teilen
Auf twitter teilen
Auf facebook teilen
Auf email teilen

Arbeiten in Teams verspricht viele Vorteile: agileres Handeln, mehr Zugehörigkeitsgefühl und mehr in kurzer Zeit schaffen. Allerdings wird wahrscheinlich jedem, der das liest, mindestens eine eigene Erfahrung einfallen, wo genau das Gegenteil der Fall war. 

Team Probleme bestehen nämlich häufig darin, dass die Mitglieder sich gegenseitig behindern. Kannst du in dem Folgenden dein Arbeitsteam wiedererkennen?

 

Alle an einem Strang… aber am falschen

Zusammenhalt ist bekanntlich sehr wichtig in einem Team, aber gute Teamarbeit in einem produktiven Arbeitsumfeld sollte viel mehr beinhalten. Viel zu leicht passiert es, dass einzelne Teammitglieder sich der Mehrheit anschließen, obwohl sie eigentlich eine andere Meinung vertreten. Dabei schätzen sie ihre eigene Expertise nicht genug wert und gehen Konflikten aus dem Weg. Dann bekommt das Team Probleme und es kann verlorene Chancen bedeuten.

Zum Beispiel meldet sich der Entwickler einer App bei dem Aufstellen des Marketing Plans nicht zu Wort, weil er denkt, davon verstehe er nichts. In Wirklichkeit weiß er aber viel besser über die praktischen Anwendungen der App Bescheid. 

Es gilt also, die Teammitglieder zu ermutigen, ihre Ansicht der Dinge zu teilen, auch wenn diese nicht stark vertreten ist. Solche Team Probleme vermeidet man am besten, indem man Regeln und Methoden einführt, in deren Rahmen alle Standpunkte beleuchtet werden können.

Hinweis:
Schonmal von dem Hidden-Profile Paradigma gehört? In psychologischen Studien stellte sich heraus, dass bei Gruppenentscheidungen meist nur die Informationen verwendet werden, die allen Teilnehmern bekannt sind. Was dagegen nur Einzelnen bekannt ist, wird nicht geteilt. Das liegt daran, dass Wissen, was viele haben, auf mehr Zustimmung trifft, auch wenn es nicht das gesamte Bild abbildet.

Guter Zusammenhalt oder gute Teamarbeit

Der Mensch als Rudeltier hat das Bedürfnis nach Anerkennung und Zugehörigkeit in seinem sozialen Umfeld. Meetings sollten Spaß machen und Kollegen sollten sich gut verstehen, keine Frage, aber kann das auch zu Team Problemen führen? Ja, wenn die Beziehung zwischeneinander über die Lösung von Problemen oder Konflikten gestellt wird… 

Keiner kann vernünftig arbeiten, wenn man die verletzliche Harmonie der Gruppe nicht gefährden möchte. Eine gute Moderation während Besprechungen kann da Abhilfe schaffen. 

Diskussionen sollten Aufgaben-relevant geleitet werden, während gemeinsame Pausen zum persönlichen Austausch reserviert sein sollten. 

Ein bisschen Hilfe gefällig? In diesem Video sind wertvolle Tipps für eine effektive Meeting-Moderation enthalten:

Team Probleme durch “die anderen”

Gutes Teamwork soll auch heißen, dass auch wirklich jeder mit anpackt. Ein Blick auf die Leistungen der Mitarbeiter kann aber auch sehr demotivierend wirken. Zur Veranschaulichung sind hier ein paar Effekte aufgelistet, die die Psychologie beobachtet hat und einem Team Probleme verursachen können:

  • Soziales Faulenzen: Leistung wird unbewusst reduziert bei einfachen Aufgaben in der Gruppe, wenn Einzelleistungen nicht sichtbar sind, bzw. bewertet werden.
  • Trittbrettfahren: Leistung wird bewusst reduziert, wenn der eigene Beitrag als zu gering eingeschätzt wird. Desto größer die Gruppe, desto größer dieser Effekt.
  • Sucker-Effekt: Leistung wird bewusst reduziert, wenn man bemerkt, dass andere sich nicht bemühen. Man möchte nicht länger “der Dumme” sein, der anderen die Arbeit abnimmt.
  • Soldatentum: Leistung wird bewusst reduziert als Protest gegenüber zu hohen Ansprüchen.

 

Sind diese Team Probleme unvermeidbar?

Ja, es wäre gelogen, würde ich behaupten, es gäbe eine Lösung für alles. Wir sind Menschen und machen nun mal Fehler oder geraten aneinander. Aber lass es uns positiv  sehen, keiner dieser Team Probleme würde den Untergang eines Unternehmens bedeuten, sie können aber extrem die Leistung mindern.

Wie sorgt man also dafür, dass jeder sich angemessen an Diskussionen beteiligt und sein Bestes gibt? Wie bereits erwähnt, ist es wichtig, Strukturen zu schaffen, in denen sich die  Teammitglieder wohl fühlen. Man sollte sich regelmäßig darüber austauschen, ob das Miteinander, wie es gerade abläuft, noch produktiv ist.

Eine einfache Methode, um dies zu erreichen sind regelmäßige Team Retrospektiven. Zum Beispiel sollten folgende Aussagen auf euer Team zutreffen, wenn ihr die obigen Team Probleme überwunden habt:

  • In meinem Team gibt jedes Teammitglied sein individuelles Wissen und seine Erfahrungen weiter.
  • Unsere Meetings sind gut strukturiert und lassen trotzdem Raum für Kreativität und Neues.
  • In unserem Team kann man unterschiedlicher Meinung sein und trotzdem erfolgreich zusammenarbeiten.
  • Mir fällt es leicht, in meinem Team auch schwierige oder kontroverse Themen anzusprechen.
  • Mein Beitrag ist für mein Team ein echter Mehrwert.


Das sind übrigens alles Verhaltensanker des digitalen Coaches Echometer, der dabei hilft, Teams gezielt aus psychologischer Sicht weiterzuentwickeln.

Dies war nur ein kleiner Ausschnitt aus unserem Tool, mit dem ihr Team Probleme bewältigen und Erfolge sichtbar machen könnt. Wenn du dich dafür interessiert, welche Auswirkungen Echometer hat, kannst du dir gerne den Erfahrungsbericht von der Shopware AG ansehen:

Team Probleme – Quellen:

Nerdinger, F. W., Blickle, G., & Schaper, N. (2014). Arbeits- und Organisationspsychologie. Berlin, Heidelberg: Springer Berlin Heidelberg. https://doi.org/10.1007/978-3-642-41130-4 

Aronson, E., Wilson, T. D., & Akert, R. M. (2014). Sozialpsychologie (8., aktualisierte Aufl.). Always Learning. Hallbergmoos: Pearson. http://lib.myilibrary.com?id=652729 

Parker, G. M. (1990). Team players and teamwork. San Francisco: Jossey-Bass. http://citeseerx.ist.psu.edu/viewdoc/download?doi=10.1.1.458.1302

Stasser, G., & Titus, W. (1985). Pooling of unshared information in group decision making: Biased information sampling during discussion. Journal of Personality and Social Psychology, 48, 1467–1478. https://www.uni-muenster.de/imperia/md/content/psyifp/

Wegge, J. (2004). Führung von Arbeitsgruppen. Göttingen: Hogrefe. https://books.google.de/books?hl=de&lr=&id=IHhI_yeOXrEC&oi=fnd&pg=PR5&dq=Wegge

Auf den Punkt

Weitere Artikel

Jetzt selber loslegen?

Team-Retros mit Echometer kostenlos testen & agiles Arbeiten in deiner Organisation vorantreiben.