retro moderieren

Eine Retrospektive moderieren – so geht’s

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Eines vorweg: Du möchtest ein Tool haben, mit dem du Retros einfach, strukturiert und ergebnisorientiert durchführen kannst? Dann hier entlang:

Die Moderation und Gestaltung von Retrospektiven ist häufig geschulten Scrum Mastern und Agile Coaches überlassen, die bereits viel Erfahrung mit diversen Workshop-Formaten haben.

In vielen Unternehmen müssen aber auch immer mal wieder Teammitglieder selber in die Rolle eines Moderators schlüpfen – was auch gut ist. Denn Moderation ist eine Fähigkeit, die sich erlernen und trainieren lässt und in diversen Bereichen weiterhilft.

Falls du mit dem Format der Retrospektive an sich noch nicht vertraut bist, lohnt sich vielleicht ein Blick in diese Präsentation. Hier unsere Tipps, wenn du die ersten Male eine Retrospektive moderierst:

Tipp 1 zum Retrospektive moderieren: Hinterfrage, ob du neutral genug bist

Mit diesem Tipp möchte ich darauf aufmerksam machen, dass die Rolle eines Moderators gewisse Voraussetzungen bezüglich Neutralität mit sich bringt. Wenn du als Meinungsführer oder Führungskraft eines Teams agierst, wirst du als Moderator einen besonderen Einfluss auf das Team ausüben. Und das selbst, wenn du (subjektiv) neutral die Retrospektive o.ä. moderierst. Alleine das Antizipieren deiner Reaktion durch Teilnehmende ist ein Effekt, der sich leider nicht ausschließen lässt.

Ein Moderator sollte also eine möglichst neutrale Person sein, die vom Team in dieser Rolle anerkannt wird. Falls diese Rolle nicht durch einen Scrum Master oder Agile Coach ausgefüllt werden kann, ist es häufig eine gute Variante, die Moderationsrolle rollierend im Team weiterzugeben, um so allen die Möglichkeit zu geben, mal in diese Rolle zu schlüpfen und daraus zu lernen.

Gerade, falls du als Führungskraft eine Retrospektive moderieren sollst, ermutige aktiv auch Teammitglieder dazu, die Moderation von Retrospektiven zu übernehmen. Oder stell einen Pull-Effekt her – schließlich wird so aktiv in die Weiterentwicklung der Moderationsfähigkeiten (nicht nur von Retrospektiven) investiert.

Tipp 2 zum moderieren einer Retro: Mit dem Check-In die Bühne bereiten

Als Moderator sollst du zwar die eine aktive Rolle einnehmen, aber dadurch bist du nicht der Hauptakteur in der Retro. Zumindest solltest du es nicht sein. Deine Aufgabe ist es, Teammitglieder als Akteure in Szene zu setzen und ihnen die Bühne zu bereiten.

In diesem Sinne fungiert der Check-In als Warmup. Achte also darauf, dass sich schon im Check-In alle aktiv einbringen und eine positive Gesprächsatmosphäre entsteht. Wenn du diesen Schritt erfolgreich schaffst, moderiert sich der weitere Gesprächsverlauf quasi von selbst.

Hier ein paar Beispiele für Check-In Fragen, die du zum Einstieg in die Retro nutzen kannst:

  • Was ist dein High- oder Low-Light der letzten Woche?
  • Auf einer Skala von 0 für schlecht bis 10 für super – wie fühlst du dich gerade?

Ansonsten gibt es natürlich auch verschiedene Check-In Generatoren, um dich zu inspirieren.

Tipp 3 zum Retrospektive moderieren: Die Redewendungen der Moderation beherrschen

In der Moderation von Workshops gibt es ein paar immer wiederkehrende Muster, für die es gut erprobte Formulierungen gibt, die du für dich übernehmen und anpassen kannst:

Eine Person (Peter) redet durchgehend: 

  • „Danke Peter. Lass uns mal schauen, welche Perspektiven wir noch auf das Thema haben. Wie sehen die anderen diesen Punkt?“

Diskussion zwischen 2 Personen: 

  • „Ich habe das Gefühl, dass dieses Thema gerade nur euch beide betrifft. Ich halte es mal in unseren Notizen fest und schlage vor, ihr führt die Diskussion später zu zweit fort. Wie seht ihr das?“

Diskussion dauert zu lange: 

  • „Seid ihr sicher, dass es angesichts der fortgeschrittenen Zeit sinnvoll ist, die Diskussion hier weiterzuführen? Wir haben mit X und Y noch zwei weitere Themen auf der Agenda.“

Weitere Beispiele für solche Redewendungen  für das Moderieren deiner Retrospektive findest du zum Beispiel hier. Wie gesagt: Wichtig ist es, die Formulierungen so anzupassen, dass sie zu dir passen und dass sie die psychologische Sicherheit des Teams nicht gefährden.

Tipp 4: Frage nach Feedback

Auch nach der Moderation einer Retro kann man aktiv nach Feedback Fragen

Jeder wird Rücksicht nehmen, wenn du das erste mal in die Rolle eines Moderators bei einer Retrospektive schlüpfst. Nutze also die Gelegenheit, im Nachhinein offen nach Feedback der Teilnehmer – sowohl in der Runde als auch in Einzelgesprächen – zu fragen.

Wenn du in manchen Situationen zum Beispiel nicht sicher bist, ob du richtig reagiert hast, frage im Nachhinein Teilnehmer, wie sie die Situation wahrgenommen haben.

So maximierst du deinen Lerneffekt und bist auf dem Weg zu einem top Retro-Moderator.

Tipp 5 zum Retrospektive moderieren: Ein einfaches Format auswählen

Gerade bei den ersten Retros sollte man ein einfaches, gut strukturiertes Format dafür auswählen, um die Retrospektive zu moderieren. Zum Beispiel die Klassiker – „Keep, stop, start“, „Mad, sad, glad“ oder im nächsten Schritt die Segelboot Retrospektive. Konkrete Inspirationen findest du auch in diesen drei einfachen und interaktiven Retro Methoden. Es gibt viele Methoden für Retrospektiven, die sehr anspruchsvoll in der Moderation sind und strenges Timeboxing benötigen.

Übrigens sind Retrospektiven natürlich nur ein Weg, um agilen Mindset deines Teams anzusetzen. Wenn dich hier weitere Informationen interessieren, schau gerne in unseren Artikel zur erstaunlichen Wahrheit hinter dem agilen Mindset.

Übrigens: Echometer ist ein Tool, das gerade eher unerfahreneren Moderatorinnen sehr bei der Moderation von Retrospektiven weiterhelfen kann. Und gleichzeitig viel Arbeit abnehmen kann. Hier drunter findest du einen Kommentar von Nicole zu unserem Tool. Und, wenn du Lust hast, noch weitere Informationen dazu. Viel Spaß beim Moderieren deiner Retrospektive 🙂

In der Begleitung agiler Teams hat sich gezeigt, dass Echometer insbesondere den weniger erfahrenen ModeratorInnen in Retrospektiven hilft, zu glänzen. Es bietet ihnen einen einfachen Weg, um strukturierte und zielführende Retrospektiven durchzuführen.
Nicole Röttger
Managing Director, Apiarista GmbH

Du suchst nach Unterstützung für die Moderation deiner Retrospektive? Dann probier Echometer gerne kostenlos für 6 Wochen aus. Hier findest du mehr Informationen zu unserem Tool:

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Ich habe vor kurzem ein eBook zu „12 Retrospektive Methoden aus der Psychologie“ verfasst – Interesse?

Christian Heidemeyer, Psychologe & Scrum Master