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“How to” Remote Retro, die es in sich hat

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Eines vorweg: Du suchst noch nach Methoden für deine Remote Retro? Dann sind diese 4 erkenntnissreichen Remote Retro Methoden interessant für dich:

Können Remote Arbeiter, die also in verteilten Teams bzw. Home Office arbeiten, genauso produktiv sein wie Kolleg*innen, die aus dem Büro heraus arbeiten?

In einer Studie berichteten 77% der Teilnehmer*innen, dass sie im Home Office produktiver sind. 45% schlafen dadurch sogar scheinbar besser. Die Antwort scheint also “ja” zu sein.

Für das iterative agile Arbeiten nach Scrum und Co. jedoch, das auf Transparenz ausgelegt ist, scheint Remote Arbeit das falsche Format zu sein – oder? Doch – man muss das Teambuilding nur mit dem richtigen Format angehen. Fokussieren wir uns dazu doch mal auf eines der wichtigsten Events im agilen Framework: Die agile Retrospektive.

Eine Remote Retro, die Spaß macht

Im ersten Schritt sollte für eine Remote Retro natürlich die Technik stehen. Es sollten also insbesondere funktionierende Videocall Tools bereitstehen. Meiner Erfahrung nach ist Zoom hierfür das stabilste Tool. Aber auch Whereby.com, Microsoft Teams, Skype for Business & Co. können eine gute Alternative sein.

Eine gute Remote Retro, ebenso wie eine Vor-Ort Retro, schafft es zudem, das Wissen und den Erfahrungsschatz aller Teammitglieder zu integrieren und das gegenseitige Vertrauen zu stärken.

Um die Grundlage dafür zu legen, sollte man mit einem guten Check-In Format starten, das jedes Teammitglied aktiviert. Jeder sollte etwas sagen. Im besten Fall fördert dies die positive Grundstimmung für die Retro. 

Beispiel für eine Check-In Frage

Als Beispiel hier eine Frage, die intern bei Google gerne gestellt wird, um auch die psychologische Sicherheit zu fördern: Was hast du am letzten Wochenende gemacht? Alternativ, falls die Remote Retro gegen Ende der Woche ist, kann man auch fragen: Was planst du am nächsten Wochenende zu machen? 

Sei die Antwort auf die Frage auch nur “ich war mit dem Hund spazieren” oder “ich musste mal wieder einen Großeinkauf machen – sie lässt uns immer menschlich erscheinen und fördert das gegenseitige Vertrauen.

Remote Retros – Fokus auf Vertrauen

Als zusätzlichen simplen “Trick” für das Fördern des Vertrauens und allgemein des Teambuildings sollten möglichst alle Teammitglieder ihre Kameras an schalten, um sich gegenseitig sehen zu können. Das kann das Format ebenfalls nochmal lebendiger machen.

Allgemein gilt für Remote Retros die gleiche Faustregel wie für Vor-Ort Retros – gestaltet sie abwechslungsreich. Das Team sollte regelmäßig überrascht sein und nicht in einen Trott fallen, der die Kreativität für gezielte Maßnahmen bzw. Action Items bremsen würde. Klar könnt ihr immer die klassischen Boards nutzen, aber im Mindesten die Methode bzw. das Format – “Keep Stop Start”, “Mad Sad Glad” & Co. – sollte auf dem Board variieren.

Eine Ausnahme dürft ihr hier meiner Meinung nach aber machen: Die Dankbarkeits-Frage. Als Psychologe kann ich empfehlen, ruhig in jeder Retro einmal kurz Raum für die Frage zu geben: Wofür bist du dankbar, bezogen auf die letzten zwei Wochen? Dies ginge z.B. beim Check-In, während des Data Gatherings, oder beim Check-Out. Auf einem Board festhalten braucht ihr das aber nicht.

Studien zeigen, dass diese simple Frage nach der Dankbarkeit dabei hilft, die gedanklichen Fokus auf positive Dinge zu richten – was die allgemeine Zufriedenheit mithilfe eines einfachen Formats erwiesenermaßen langfristig erhöht.

Ein Ziel von Retrospektiven ist für viele die Förderung des agilen Mindsets. Mit den genannten Maßnahmen seid ihr auf einem guten Weg, dieses zu fördern. Ich möchte in diesem Kontext aber noch auf meinen Blog Artikel zur erstaunlichen Wahrheit hinter dem agilen Mindset hinweisen, der euch bei diesem konkreten Ziel noch besser unterstützen wird.

Nutzen, was da ist – Remote Retro Tools

Für gewöhnlich ist der Redeanteil in Retros relativ ungleich verteilt. Außerdem ist es ohne Unterstützung schwierig, die Retro interaktiv zu halten. Aus diesen Gründen sollte man wenn möglich, neben einem Videocall-Tool, auch auf ein Retro Tool zurückgreifen.

Inzwischen gibt es hierfür unzählige Retro Tools wie z.B. Retrium oder TeamRetro. Auch Echometer ist für die Remote Retrospektive entwickelt worden. Im Vergleich zu anderen Tools blickt Echometer dabei aus der psychologischen Perspektive auf die Retro. Dadurch wird einerseits auf das Mindset fokussiert, mit den agilen Werten im Fokus. Andererseits wird die Teamentwicklung psychometrisch messbar, um dem Team die nötigen Erfolge sichtbar zu machen und deren Selbstwirksamkeit zu fördern. 

Mithilfe der genannten Tools bieten Remote Retros manchmal sogar Vorteile, weil es textlich ggf. leichter fällt, seine Meinung zu sagen. Die körperliche Distanz und gewohnte Umgebung führt zu einer höheren subjektiven Sicherheit, über schwierige Themen zu sprechen. Auch dies kann mit ein bisschen Übung genutzt werden, um unausgesprochene Dinge auszusprechen – und einen Quantensprung in der Teamentwicklung zu versuchen.

Maßnahmen und Abschluss in Remote Retros

Für die Maßnahmen gilt in der Remote Retro das gleiche, wie für Vor-Ort Retros: Lieber wenige gute Maßnahmen festlegen als viele, die teilweise dann nicht umgesetzt werden (was für das Teambuilding kontraproduktiv wäre).

In einem anderen Text habe ich ausführlich erläutert, wie wichtig ein gemeinsames mentales Modell aller Teammitglieder für den Erfolg einer Retro und für das Teambuilding ist. Dies gilt umso mehr für eine Remote Retro. Um gute Maßnahmen abzuleiten und (nicht nur) diesbzgl. effizient kommunizieren zu können, sollten alle eine gemeinsame Sprache sprechen. Weitere Infos findet ihr in meinem entsprechenden Blog Post.

Gerade, wenn Remote Retros eher selten bei euch durchgeführt werden, sollte die Retro mit einer Meta-Reflexion enden. Wie lief unsere Remote Retro und was sollten wir beim nächsten mal beibehalten, was ändern? Dies stellt einen runden Abschluss dar für eine Retro – schließlich einem Format der “kontinuierlichen Verbesserung”.

Übrigens, falls ihr noch nach konkreten, abwechslungsreichen Methoden für eure Remote Retro sucht, schaut gerne mal in meinen Blog Artikel hierzu:

Du suchst noch nach Methoden für deine Remote Retro? Dann sind diese 4 erkenntnisreichen Remote Retro Methoden interessant für dich:

Überdurchschnittliche Remote Retros

Wenn ihr das alles berücksichtigt, wird eure Remote Retro im mindestens überdurchschnittlich gut laufen. Viel Spaß beim Teambuilding!

Und übrigens: Hier findet ihr weitere allgemeine Tipps zu Remote Teambuilding. Und hier solltet ihr reinschauen, wenn ihr euch für eure Vor-Ort Retros noch kreative Übungen wünscht.

Auf den Punkt

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Ich habe vor kurzem ein eBook zu „12 Retrospektive Methoden aus der Psychologie“ verfasst – Interesse?

Christian Heidemeyer, Psychologe & Scrum Master