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So geht Personalentwicklung on the job

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Der Klassiker in der Führungskräfteentwicklung: Wir nehmen uns zwei Tage Zeit, machen Rollenspiele und hoffen danach, dass die Führungskräfte ein wenig besser darin sind, ihre Mitarbeitergespräche durchzuführen. Das nennt man auch off the job Personalentwicklung. 

Der Trend geht – aus unserer Sicht völlig zurecht – zur on the job Personalentwicklung.

Personalentwicklung on the job bedeutet, dass im direkten Arbeitskontext des Mitarbeiters Fort- und Weiterbildungsmaßnahmen durchgeführt werden. Es gibt kein extra Event dafür, sondern es ist fest im Alltag integriert und wird nicht als zusätzlicher Aufwand wahrgenommen. 

 

Personalentwicklung on the job – Definition

Bei der Personalentwicklung on the job können Fähigkeiten erlernt oder die Produktivität gefördert werden. Dabei wird man meist von erfahrenen Mitarbeitern oder Trainern im Arbeitsalltag begleitet und geschult. Denn wodurch lernt man am Besten? Richtig, durch Erfahrung. 

Typische Methoden, welche bei Personalentwicklung on the job durchgeführt werden, sind Job Rotation, Job Enlargement und Job Enrichment.

Job-Rotation: Das Arbeitsfeld wird gewechselt. 

Zum Beispiel könnte in einer Werbeagentur die Zuständigkeit für Social Media, Print und Webseiten regelmäßig rotieren. Dies bietet Abwechslung, verlangt aber auch Fertigkeiten in allen Bereichen – in jedem Fall lernt man etwas dazu.

Job-Enlargement: Das Arbeitsfeld wird erweitert. 

Zum Beispiel könnte ein Mediengestalter, der bisher nur für Logos zuständig war, nun auch Farbkorrekturen an Plakat-Entwürfen durchführen. Die Art der Belastung wechselt sich dadurch ab und soll Erholung von eintönigen Aufgaben bieten.

Job-Enrichment: Das Arbeitsfeld wird auf ein höheres Anforderungsniveau gehoben

Zum Beispiel könnte der vorher genannte Mediengestalter nun seine Entwürfe den Kunden selber vorstellen. Somit übernimmt er/sie mehr Verantwortung und erfährt eventuell mehr Erfüllung durch den Beruf.

 

on the job vs. off the job vs. near the job

Personalentwicklung on the job, sowie off the job und near the job, sind alles Instrumente der Personalentwicklung. Sie geben an, wie nah am Arbeitskontext geschult wird.

Off the job würde also z.B. eine externe Schulung bedeuten und near the job ein Workshop mit deutlichem Bezug zu den Arbeitsaufgaben.

Personalentwicklung on the job hat dabei zum Vorteil, dass Gelerntes direkt im Arbeitskontext angewendet wird und nicht noch den Transfer von der Schulung zum Beruf schaffen muss. Ein Trainingsprozess ist nämlich erst dann erfolgreich abgeschlossen, wenn Verhalten geändert wurde. Daher sagt der bloße Abschluss eines Training nichts aus.

Vorteile von Personalentwicklung on the job

Frontalunterricht ist längst nicht mehr das Mittel aller Dinge. Bei Personalentwicklung on the job kann das Training an die individuellen Bedürfnisse des Arbeitnehmers und seine Arbeitsumgebung angepasst werden. Außerdem ist es über einen längeren Zeitraum durchführbar und ermöglicht, komplexe Vorgehen zu festigen.

Nichtsdestotrotz macht es Sinn, Methoden zu kombinieren. Nicht alles kann durch praktische Anwendung angemessen vermittelt werden oder es wäre zu zeit- und kostenaufwändig.

 

Durchführung der Personalentwicklung on the job

Unternehmen müssen heutzutage konstant Änderungen in der Arbeitswelt bewältigen, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Aber anstatt ständig neue Mitarbeiter einzustellen, sollten die bestehenden Mitarbeiter gefördert werden, ganz im Sinne einer lernenden Organisation

Ein Prinzip von lernenden Organisationen ist die schnelle Umsetzung von dem Gelernten, wie es die Personalentwicklung on the job möglich macht.

Schritte der Personalentwicklung on the job

  1. Bedarfsanalyse:Wo liegt das Problem? Wo kann man sich verbessern?
  2. Umsetzung durch qualifiziertes Personal, ggf. Betreuung durch erfahrene Mitarbeiter oder externe Trainer
  3. Transfer des Gelernten (durch on the job Maßnahmen bereits gesichert)
  4. Effektivitätsmessung z.B. durch Pulsbefragungen: Ist das Ergebnis nachhaltig?


Ein empfehlenswerte Methode für Personalentwicklung on-the-job ist die Einführung so genannter regelmäßiger Lessons-Learned Workshops bzw. agiler Retrospektiven. Sie besitzen die Kraft, Führungskräfte und Mitarbeiter gezielt aus ihrer Komfortzone zu holen uns eines zu schaffen, was vielen anderen Methoden fernbleibt: Nachhaltigkeit der Maßnahmen.

Unser digitaler Coach Echometer als Ausgründung der psychologischen Fakultät der Universität Münster wurde dafür entwickelt, Führungskräfte und Teams on-the-job weiterzuentwickeln. Schau dir hier an, wie die unternehmensweite Einführung von Retrospektiven sich auf die Employer Brand und Kultur bei der Shopware-AG ausgewirkt hat:

Quellen:

Mincer, Jacob (1962): On-the-Job Training: Costs, Returns, and Some Implications. Journal of Political Economy, 70(5, Part 2), 50-79. DOI: 10.1086/258725. https://www.journals.uchicago.edu/doi/abs/10.1086/258725?journalCode=jpe 


Wegerich, Christine (2015): Strategische Personalentwicklung in der Praxis. Instrumente, Erfolgsmodelle, Checklisten, Praxisbeispiele. 3. Aufl. Berlin: Springer Gabler. http://gbv.eblib.com/patron/FullRecord.aspx?p=1974130.

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